Social Media

Suchen...

Deutschland & Welt

Verbraucher spüren in diesem Winter Kostendruck durch gestiegene Energiepreise

Themenbild: Pixabay

Frankfurt am Main. Hohe Heizkosten sind für viele deutsche Verbraucher in diesem Winter zu einer substanziellen Belastung geworden. Eine repräsentative ad-hoc Umfrage von KfW Research zeigt, dass fast 60 % der Bevölkerung einen großen oder sehr großen Kostendruck spüren. Die wahrgenommene Belastung hängt vom Heizungstyp ab. Bei Wärmepumpen ist sie am niedrigsten, nur in einem Viertel der Fälle wird die aktuelle Situation als belastend empfunden. Bei Öl und Fernwärme ist es schon jeder Zweite und an der Spitze stehen Personen mit einer Gas- oder einer Pelletheizung: zwei Drittel der Nutzer sehen sich durch die gestiegenen Preisen substanziell belastet.

Ein hoher Kostendruck geht dabei mit signifikant höheren Pro-Kopf-Ausgaben für Energie einher. Im Schnitt müssen die Befragten rund 8 % ihres Nettoeinkommens fürs Heizen aufwenden. Bei geringen Haushaltseinkommen ist dieser Anteil besonders groß und auch besonders stark angestiegen, im untersten Einkommensquartil liegt er mit 15 % sogar fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt.

Die gestiegenen Heizkosten haben bereits zu umfangreichen Sparmaßnahmen der Verbraucher geführt, wobei es zwischen Mietern und Eigentümern wenig Unterschiede gibt. Zwei Drittel (67 %) heizen jetzt im Winter weniger und haben die Raumtemperatur im Schnitt um 2 Grad gesenkt. Es zeigen sich Unterschiede je nach verwendetem Energieträger: So heizt ein Großteil der Haushalte mit Gas- (rd. 80 %) oder Ölheizungen (rd. 70 %) weniger, jedoch nur rd. 30 % der Wärmepumpenhaushalte.

Unabhängig vom Energieträger hat darüber hinaus jeder zweite (54 %) den eigenen Warmwasserverbrauch reduziert. Ebenfalls etwa die Hälfte der Befragten (48 %) gab an, an anderer Stelle zu sparen, um die gestiegenen Energiekosten zu stemmen Auch hier wird deutlich, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders stark durch die hohen Energiepreise betroffen sind. Denn einschränken müssen sich vor allem die Menschen im einkommensschwächsten Viertel der Bevölkerung (69 %), im einkommensstärksten Viertel sind es deutlich weniger (29 %). Für die energetische Sanierung gibt es gemischte Signale. Immerhin zwei Drittel der Nutzer einer Ölheizung planen als Reaktion auf den Kostendruck einen Heizungstausch. Eine Verbesserung der Gebäudedämmung wurde jedoch nur von gut 8 % aller befragten Eigentümer als Reaktion auf die Kostensteigerung angestoßen.

Auffällig in den Ergebnissen der aktuellen Befragung von KfW Research ist auch, dass in einem großen Maße Informationsdefizite hinsichtlich der eigenen Energiekosten bestehen und knapp ein Viertel der Befragten keine Auskunft über deren konkrete Höhe machen konnten. Dass dieses Defizit in den einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen überdurchschnittlich hoch ausfällt (26 %), ist dabei problematisch.

„Die Ergebnisse unserer Befragung unterstreichen die Bedeutung von staatlichen Entlastungsmaßnahmen. Die Unterstützung muss insbesondere niedrige Einkommensgruppen erreichen. Denn diese werden durch hohe Energiepreise besonders belastet, da sie typischerweise einen größeren Anteil ihres Einkommens für Energie aufwenden müssen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Doch ein nachhaltiges Gesamtpaket muss über die Entlastungen auf der Kostenseite hinausgehen, und muss auch Anreize auf der Investitionsseite setzen – geht es doch darum, den Verbrauch fossiler Energieträger langfristig zu senken. Es gilt folglich, einerseits stärker regenerative Wärme- und Energiequellen zu erschließen. Andererseits müssen die Sanierungsquote erhöht und der Verbrauch von Wärme durch eine bessere Dämmung des Gebäudebestands reduziert werden. Dazu kommt der technologischen Weiterentwicklung eine große Rolle zu, weil sie energieeffiziente Lösungen günstiger machen kann. Diese Maßnahmen können den Kostendruck der Haushalte in zukünftigen Wintern senken und gleichzeitig den notwendigen Beitrag des Gebäudesektors zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten.“

PM/KfW

Auch interessant

Deutschland & Welt

Heidelberg (dts) – Obwohl der Höhepunkt der Energiepreiskrise schon mehr als 22 Monate her ist, gibt es immer noch Stadtwerke, die in der Grundversorgung...

Deutschland & Welt

Erfurt (dts) – Der Thüringer Verfassungsschutz hat den Landesverband der AfD in einem geheimen Vermerk von Ende Juni als „kämpferisch-aggressiv“ eingeordnet. Die „Welt am...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Die Deutsche Bahn will zahlreiche ICE-Verbindungen durch NRW ab dem 5. August streichen. „Derzeit gibt es deutschlandweit ein außergewöhnlich hohes Baugeschehen...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Die Grünen halten die erneuten Proteste auf Mallorca gegen zu viel Tourismus für berechtigt. „Ich habe Verständnis, wenn sich die Bevölkerung...

Deutschland & Welt

Düsseldorf (dts) – Der Deutsche Beamtenbund in NRW sieht angesichts zunehmender Angriffe auf Mitarbeitende des Öffentlichen Dienstes einen „Kipppunkt“ erreicht und fordert eine härtere...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Nach dem heftigen Konflikt zwischen deutschen und niederländischen Rauschgiftbanden um vermutlich 300 Kilogramm verschwundenes Cannabis im Raum Köln warnt der Bund...

Deutschland & Welt

München (dts) – Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder verlangt konkrete Maßnahmen von der EU-Kommission, um das Verbrenner-Aus ab 2035 zurückzunehmen. Söder sagte der...

Deutschland & Welt

Amsterdam (dts) – Nach seinem Rückzug aus Russland hat sich Techmilliardär Arkadi Wolosch für einen Neuanfang in der EU entschieden. „Die Techindustrie wird dominiert...

Anzeige